Motorsport

Legend Cars

Qualifikation

Lars Ebbesen hatte den Plan rauszufahren und sofort Vollgas zu geben, um schnellstmöglich eine brauchbare Zeit, am besten die Pole Position, einzufahren. Viele der anderen Top Fahrer hatten den selben Gedanken und sind so früh wie nur möglich zum Vorstart gerollt. Aarhus lässt als Strassenkurs, der umgeben von unnachgiebigen Beton ist, kein Platz für den noch so kleinsten Fehler und es sind über 10 neue Fahrer im Legend Car Cup am Start. Für die Legend Cars gab es auch kein freies Training. Es ging direkt in die Qualifikation. Verstanden habe ich das nicht, warum man das so gemacht hat bzw. bestimmt wurde. Der Plan, gleich in der ersten oder spätestens in der zweiten Runde eine schnelle Zeit zu fahren, ging voll in die Hose, da nicht einmal Lars es schaffte, eine freie Runde zu fahren, bevor das Safety Car eingesetzt wurden musste. 36 Fahrzeuge sind in der Qualifikation angetreten, am Ende war es Michael Christensen, der vor Kim Schmidt Petersen (Vorjahresoldboysmeister) und Lars Ebbesen die schnellste Runde hatte. Alle 3 fuhren in der 10. Runde ihre beste Zeit, die 10. war auch die letzte Runde für alle. Einige Fahrer haben es nicht einmal geschafft eine freie Runde, ohne das irgendwo Gelb gelb geschwenkt wurde, zu fahren. Keine gute Reklame für die beliebte Rennklasse.

Ich selbst war übrigens am Freitagabend provisorisch beim Team Næsbjerg Gulve von Lars mit Sack und Pack eingezogen und am Samstagmittag zu TMS umgezogen, da ich nicht den zu erwartenden Gästen des Teams im Weg sitzen wollte. Bei TMS fahren Mirza und Frederik. Mirza war mit seinem 8. Startplatz einigermaßen zu frieden und Frederik mit seinem 13. Platz gar nicht. Noch schlimmer war es für Calle als 24zigster.

Lauf 1

So wie das Training /Qualifikation lief, so wurde im Rennen weitergemacht. In der 2ten Kurve gab es wohl mehrere kleine Rempler und der leidtragende war mal wieder Mads Panik, der auf dem Dach endete. Ihm selbst ist aber zum Glück nichts passiert, ausser, das er verständlicherweise eine Stinktwut hatte, wie ich sie noch nicht erlebt habe bei ihm. Auch Martin Doktor musste sein Rennen in Kurve 2 beenden sowie 2 weitere. Die kurz nach der Bergung durch den Notausgang in Kurve 3 oben am Oddervej abtransportiert wurden, wo ich Position bezogen hatte. Kim Schmidt konnte sich nur wenige Runden vor Lars halten, Kim fuhr dieses Wochenende sein erstes Rennen in dieser Saison und hat mit der Meisterschaft, um deren Führung sich Lars und Michael “streiten”, als OldBoy eh nichts zu tun. Nach wenigen Runden zogen Michael und Lars das Tempo deutlich an und machten sich daran, dem Feld davon zu fahren. Michael musste sich ein paar mal gegen Lars verteidigen, der mir etwas schneller erschien, aber keinen Weg an Michael vorbei fand. Somit holte sich Michael erneut 25 Punkte und Lars 20. Mirza kam als fünfter über den Zielstrich, hatte aber vor sich zwei OldBoys und hinter sich ebenfalls 4 Stück. Darum zog er es lieber vor, nichts zu riskieren und nicht in den Kampf zwischen Henrik Vejen und Kim Schmidt um den OB Cup einzugreifen und wurde 3ter. Super. Frederik wurde 11ter und Calle hatte leider einen Totalausfall.

Legends Galerie

Abends bin ich dann beim Team von TMS geblieben als Gastmieter. Nebenan war Michael Christensen und schräg gegenüber saß Ebbesen, also ein Platz in bester Gesellschaft. 2 Zelte weiter waren Jacob Ommen und Senior August Hansen. Senior August ist ein waschechter Süddäne und sprich ausschließlich Sønderjysk, das ist wie Urbayrisch für Norddeutsche… Ich hab selten soviel gelacht, zumal das halbe Fahrerlager Probleme hat ihn zu verstehen und ein Viertel nichts, aber rein gar nichts, versteht. Da ich an meinem Arbeitsplatz auch mit sønderjyske Kollegen arbeite, muss ich mich zwar beim zuhören konzentrieren, klappt aber ganz gut Eigentlich wollte ich noch mit Sack und Pack zu Mads umziehen, aber der war mit Reparatur im Gange und immer noch sehr schlecht gelaunt. Ich bin dann noch bei Nymark eingekehrt. Frederik Nymark fährt ja normalerweise DST und hatte frei, aber sein Hauptsponsor hat sich selbst einen Opel Kadet C Coupe aufgebaut und Frederik durfte als Gastfahrer damit in der Klasse 76-81 an den Start. Aber leider machte der Blitz massig Probleme mit dem Bremssystem, so das Frederik leider 3 Totalausfälle zu beklagen hatte. Trotz alledem schafft Linda es immer wieder im Nymark Zelt für Stimmung zu sorgen. War nen klasse Tag in der Legend Familie.

Lauf 2

Der zweite Lauf am Sonntagmorgen war eigentlich recht ähnlich wie beim Ersten. Diesmal war es einmal mehr Lars Kanstrup, der in einem Unfall verwickelt war, und das gleich in der ersten Kurve, was ein riesen Loch in das Fahrerfeld riss und wieder einmal das Safety Car zum Einsatz kam. Zwei weitere Wagen wurden ebenfalls zusammen mit Kanstrup disqualifiziert, da sie Hilfe von den Streckenposten benötigten, um frei zu kommen. Ich weiß nicht genau was Michael gefrühstückt hatte, aber in diesem Lauf war er absolut unschlagbar und Lars Ebbesen hatte keinerlei Chance ihm zu folgen. Anders Elkjær, der dieses Jahr von den Legends in die DST gewechselt ist, hat sich den Leihlegend von Padborg Park geliehen und ist als Gaststarter auf einen wirklich guten 3ten Platz gefahren. Und das, obwohl er eine 3 Sekundenstrafe bekommen hat, weil er in der Schikane vor dem Kreisverkehr einen “Floppy” (So ein Begrenzungsteil) gerammt hatte. Panik Mads schaffte es an Mirza vorbei und die schlechte Laune vom Vortag war vergessen. Frederik viel leider mit technischem Defekt aus und Calle wurde nur 20zigster.

Ich hatte mich für diesen Lauf am Ende vom Strandvej bei Kurve 1 und 2 positioniert. Das ist eine der interessantesten Stellen auf dem Stadtkurs, um Rennaction live zu erleben, wie ich finde. Auf dem Rückweg ins Fahrerlager, um die Bilder zu bearbeiten, habe ich mir gut Zeit gelassen und ein wenig die anderen Rennklassen angeschaut und mich mit vielen alten Bekannten auf einen kleinen Plausch eingelassen. Was mir besonders aufgefallen ist, das es dieses Jahr eine sehr gemütliche und tiefenentspannte Stimmung bei Presse und Offiziellen ist. Mittags war ich noch im Fahrerlager unterwegs, um ein paar Emotionen in den Kasten zu bekommen und habe mich dann wieder zur Strecke aufgemacht, um selbst etwas Stadtrennen als Zuschauer zu genießen. Ich habe keine Ahnung wieviele Zuschauer dort waren, ich hatte aber das Gefühl, das es mehr waren als letztes Jahr. Am späten Nachmittag habe ich mich dann wieder in die für Zuseher gesperrten Bereiche zurückgezogen und mich auf den Weg zum Kreisverkehr gemacht für den letzten Lauf des Tages, den Legend Car Cup.

Lauf 3

Des einen Freud ist des anderen Leid, so könnte die Überschrift für diesen Lauf lauten. Michael hatte einen Bombenstart und die ersten beiden Runden gingen recht gut, doch dann kam das Safety Car mal wieder zum Einsatz. Da ich im Kreisverkehr stand, hatte ich den Vorteil, das ich beim TV Kameramann gucken konnte was los ist. Die TV Leute schalten, wenn keine Fahrzeuge im Kamerabereich sind, gerne mal auf das aktuell gesendete Livebild um. Das, was ich erkennen konnte, war ein knallgrüner Wagen und ein weißer, die in der Betonbegrenzung geendet sind. Was war passiert? Anders Elkjær muss irgendwie an Ebbesen vorbeigekommen sein oder wollte es. Da Lars sein Auto aber dermaßen gut läuft dieses Jahr, so das er auf der Start Ziel Geraden wieder an Anders vorbei gekommen ist und auf der Innenbahn als Erster in Kurve 1 einfuhr, Anders wollte dicht hinterher und lenkte 5cm zu früh rüber, so das sich die Stoßstangen verhakten und Beide ins Aus rutschten , da lenken nicht mehr möglich war. Für den bis jetzt mit 0,5 Punkten Führenden in der Meisterschaft natürlich der Supergau. Das Lars hinterher zornig war, kann ich zwar gut verstehen, aber so wie ich die TV Bilder gedeutet habe, war das einfach ein saublöder Rennunfall.

Jetzt kommt der Teil mit der Freude – Michael gewann erneut und holte sich somit die maximal möglichen 100 Punkte für dieses Wochenende und führt in der Meisterschaft mit 24,5 Punkten. Das ist nichts, wenn man bedenkt das noch 500 Punkte dieses Jahr zu vergeben sind, und jeder Fahrer 4 Rennen streichen kann oder muss. Mirza holte nach ein paar Setup Änderungen mit 0,5 Sekunden Vorsprung vor Mads Panik den 2ten Platz. Somit hatten Beide richtig gut zu feiern. Frederik wurde guter 10ter und Calle 12ter. Für Frederik und Calle waren die Rennen zwar nicht wirklich toll, aber wenigstens sind beide ohne Schaden durchgekommen. Frederik hatte aber auch irgendwas mit dem Magen gehabt und leicht gekränkelt. Am leckeren Kuchen von seiner Mutter kann es nicht gelegen haben, mir ging es gut. Und auch die Vorwürfe, die lachend erhoben wurden seiner Mama gegenüber, daß ich das halbe Kuchenblech leergefressen hätte, weise ich energisch zurück. Herr Torben…

Bei der Siegerehrung standen drei überglückliche Gewinner auf dem Podest, Michael mit max Punkten, Mirza mit einem super dritten und zweiten Platz und der dieses Jahr vom Pech verfolgte Panik Mads als überglücklicher Dritter. Obendrein waren noch wunderbare klassische Ladies mit hoch und knutschen, so das alle Drei mit Kussmund auf der Wange ein tolles Wochenende feiern konnten.

 


Show

Hier erspare ich mir viele Worte und zeige einfach ein paar Bilder. Wie schon im Vorjahr waren wieder einige Fahrzeuge an und auf der Strecke, die man sonst, wenn überhaupt, nur von Internetvideos kennt. Besonders bei den Autos sind sehr viele Raritäten dazwischen, deren Wert in die Millionen gehen dürfte. Solche Fahrzeuge muss man Live erleben…

Show Galerie

Am Samstagmorgen stand ich direkt an der Zufahrt zur Strecke, wer jemals neben startenden Prototypen stand, wird wissen was ich meine, wenn ich sage, das mir schon beim ersten Wagen einfiel, das ich meinen Gehörschutz vergessen hatte. Besonders der Can-Am Lola und der 2005er Williams BWM von Nick Heidfeld werden mir noch lange im Ohr bleiben. Kevin Rossel, der aktuell Führende in der DST, bekam die Chance den Padborg Parks eigenem Formel 1 zu fahren – hätte Kevin keine Ohren – würde der im Kreis grinsen. Ulrik Linnemann, der dieses Jahr in der Euro RX antritt, demonstrierte, was so ein 900NM und 600PS Polo draufhat. Auch wenn er immer nur wenige Runden fahren konnte, was seinem 16L Tank geschuldet war, so zeigte er jedoch, das er an Formel 1 und Co beim Beschleunigen ein mächtiger Gegner ist, in seinem kleinen Auto.

 

 

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