Das Wochenende am Ring Djursland war wettertechnisch kein so großer Erfolg wie auf dem Hockenheimring vor einer Woche. Bereits in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag bekamen wir den ersten anständigen Herbststurm. Als ich mich am Freitagnachmittag auf dem Weg nach Djursland machte, wurde der Sturm noch etwas fieser und brachte von kleinen Gewittern bis Sturzregen mit Orkanböen alles mit sich und es wurde auch verdammt kühl dabei. Ich war nicht der einzige, der an diesem Abend fror. Einige Teams hatten schon massig Probleme ihre Zelte aufzubauen und diejenigen, die keine Heizkanone dabei hatten, mussten sich dick anziehen.

Am Samstag wurde das Wetter noch fieser und legte noch eine Schippe an Sturm drauf. Das war schon reichlich frisch im eiskalten Wind. Auch kam ab und an mal ein kleiner kräftiger Regenschauer für wenige Minuten vorbei, meist von sehr schweren Sturmböen begleitet, so das sich die meisten Leute eigentlich nur noch Schutz suchten. Während so eines Starkregenschauers mit Orkanböen wurde das Zelt eines Teams vom Wind so stark erfasst, das es über den angrenzenden Zaun flog und Kopfüber auf der Rennstrecke zu liegen kam. Zum Glück liefen eh die letzten Sekunden eines Zeittrainings, nur die DST musste 10 Minuten warten, bis der Haufen Schrott aus Planen und Aluminium geborgen war. So zog sich das Wetter über den ganzen Tag durch sämtliche Klassen. Zeittraining und Rennen wurden somit zum Glücksspiel. Sonne und Wind ließen den Asphalt auf dem kleinen Ring Djursland aber meist in wenigen Minuten abtrocknen, so das meist nach 5 Minuten nichts mehr an den Starkregenschauer erinnerte.

Legends

Qualifikation: Huhu??? Will eigentlich noch mal Jemand Michael herausfordern? Oder lautet die wichtigste Frage jetzt schon, wer best of the Rest wird? Michael ist mir schon im ersten Training aufgefallen, das er es schwer hat auf vernünftige Zeiten zu kommen, Lars, Mirza, Frederik und Panik-Mads sahen deutlich geschmeidiger aus beim Angasen. Wie ich später feststellen musste, hat sich Michael eine fette Grippe eingefangen und sah milde gesprochen aus wie ausgekotzt. Obendrein hat er auch noch Übelkeit beim Fahren bekommen und macht sich jetzt berechtigte Sorgen, was die Qualifikation und das heutige erste Rennen angeht, verständlich. Übrigens, es ist ein Irrglaube, das Rennfahrer in ihren Kisten mit dem Murmelschoner nicht viel sehen, es hat keiner gewusst, wo ich mich platziere zum Fotografieren und doch wurde ich von vielen freundlichen Racern bei der ersten Aufwärmrunde gegrüßt… Was ich einmal mehr mit großer Freude zur Kenntnis nahm.

Lars Ebbesen, der noch Chancen auf die Meisterschaft hat, war der Einzigste, der es mit einem Kranken aufnehmen kann. Doch auch Lars musste sich Michael mit zwei Hundertstel geschlagen geben. Unglaublich, was für eine Performance Michael an Tag legt, in dieser Klasse… Gefolgt vom Oldboy Vejen und dann kamen Frederik, Lokalmatador Calle, Mirza und Mads auf den Plätzen 4-7. Mikkel hatte Pech und wurde nur 16, aber – da die ersten 20 die Startpositionen tauschen startet Mikkel von Platz 4, was wiederum gut ist.

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 Rennen 1: Lars Ebbesen hatte den besten Start zum ersten Lauf der Legends an diesem Wochenende, musste aber auf der Außenlinie seine gewonnen Plätze einbüßen. Er setzte dann aber ziemlich zügig den Weg Richtung Spitze fort. Nur Frederik war da noch etwas besser drauf. Um 15:03 Uhr wurde das Rennen gestartet und um 15:06 war Frederik mit 50 Meter Abstand der Führende und das für sehr lange Zeit. Um 15:12 hatten ihn Lars und Michael eingeholt. Es sah aus, als wenn Frederik an Geschwindigkeit einbüßte. Michael, der einen schlechten Start hatte, fuhr wie meistens 2 Runden in Ruhe mit und zündetet dann ein Feierwerk und fuhr , wie üblich, in wenigen Runden durch das Feld in Richtung vorne.

Es sah über mehrer Runden aus, als wenn Lars der sichere Sieger werden sollte. Michael kam zwar dichter ran und schaffte es ein paar Mal sich daneben zu setzten, aber Lars weiß auch wie man sich verteidigt und deckte sich sehr gut ab, so das Michael keinen Weg vorbei fand. Wie allgemein im vorderen Feld bekannt ist, fährt Michael sehr sehr dicht an seine Gegner ran und bleibt auch im Zweikampf sehr nah dran, dabei ist egal, ob die mit 170 oder 70 Km/h fahren, 10 cm Abstand sind mehr als genug. Alle Fahrer sagen aber auch, das Michael immer genug Platz zum Überleben lässt und Rempler sind mir nicht bekannt. In der letzten Kurve vor der Zielflagge bremste Lars 2 Meter später und lenkte am gewohnten Punkt ein, was zur Folge hatte, das er schon quer in die Kurve driftete und er den Dreher nicht mehr verhindern konnte. Michael bekam somit den Sieg geschenkt und auch Frederik konnte noch durchschlüpfen und vor Lars als zweiter das Rennen beenden. Frederik wurde übrigens langsamer, weil er mehr und mehr Probleme mit der Bremse bekam. Wir könnten später sehen, das er ein Loch in einer Bremsleitung hatte, puh, Glück gehabt, das das Rennen nicht noch 5 Runden länger ging.

Rennen 2: Oh nein, nicht schon wieder schoß es mir durch den Kopf, als Lars als Zweiter hinter Michael in die letzte Runde ging und nicht aus der Skovsektion wiederkam. Es ist, als ob ein Fluch auf Lars am Ring Djursland liegt. Panik Mads kam gut, richtig gut in Fahrt an diesem Wochenende. Es sieht fast so aus, als wenn für den Gewinner vom Nightrace der Knoten geplatzt ist. Diesmal war er der Glückliche, der einen Platz von Lars erben konnte und somit Erster der Best of the Rest wurde. Und Frederik konnte sich erneut über einen Podestplatz freuen, Calle und Mirza waren über 12 Sekunden dahinter, das ist bei den Legends ne ganze Welt Abstand.

Rennen 3: Michael Søvang Christensen ist nicht nur ein überragender Gewinner in der OK MOBILE 1 LEGEND, der zum dritten Mal dieses Jahr alle möglichen 100 Punkte mitnahm, sondern auch ein Meister im untertreiben. “Ich bin ja auch krank und mir ist immer schlecht, und das Wetter ist so unbeständig und das Auto fährt so schlecht, und ….” Ich habe ihn dann noch nach der Siegerehrung einen Fotowunsch erfüllt und dabei angefangen ihn leicht in übertreibender sarkastischer Weise zu Parodieren, ich schätze wir sind beide mit Tränen vom Lachen nach Hause. Anbei, so entspannt wie sich das Familienteam mit der Startnummer 21 gibt und verhält, zusammenarbeitet und sich vorbereitet, wundert mich der Erfolg nicht, vielmehr freue ich mich, das es alles so schön dort klappt.

Mads Skov Pedersen hatte auch ein geiles Wochenende in Djursland und im Finale wurde er wieder Erster vom Rest, nachdem er sich über Runden mit Lars ein wirklich gutes Rennen geliefert hat. Er konnte dann den Fluch brechen und Dritter werden. Lars hat den Vizetitel sicher in der Meisterschaft und was noch wichtiger ist, noch hat er Titelchancen, wenn auch nur sehr geringe. Frederik hatte diesesmal nicht ganz so viel Glück und wurde “nur” Vierter, Calle direkt dahinter und Mirza musste sich am Ende noch dem jungen Nachwuchstalent Magnus Madsen geschlagen geben. Das war nicht Mirza sein Wochenende. Mikkel kam nach seinem Ausfall in Rennen zwei nicht so richtig in Fahrt und musste sich redlich bemühen, um auf einen 18ten Platz zu kommen.

DST

Qualifikation: Was für eine schöne Überraschung, es war nicht einer der Meisterschafts-favoriten, der am Schnellsten fuhr. Die Schnellsten in der Qualifikation am Ring Djursland waren stattdessen Mikkel Bang Johnsen, der sich die Pole Position vor Martin Andersen holte. Das kühle feuchte Wetter spielte den Turbos in die Karten, von den Top 12, die in die Qualifikation 2 kommen, waren 7 Turbos. Mein Meisterschaftsfavorit Ole kam nur auf den 8. Platz und Michelle endete auf Platz 14. Danach war die echt schlecht gelaunt und ich hab mir das Fragen, was schiefgelaufen sei, besser gespart.

Michelle Gatting war wieder enttäuscht und kam nicht unter die ersten 12 und somit nicht in die Qualifikation 2, um für die Pole Position zu kämpfen. Die zweite Dame im Feld, Louise Frost war ebenfalls in der Qualifikation 2 und wurde 12., die macht sich immer besser im DST Feld. Obendrein ist sie wirklich eine sehr angenehme Bereicherung für die DST Klasse. Selbst wenn es schlecht läuft, hat sie immer noch ein Lächeln und man hört nie ein böses Wort von ihr.

Spätabends wurde noch bekannt gegeben, das die Turbos zu den schon 10 KG Extragewicht weitere 15 KG bekommen. Da die, bei dem Wetter, deutlich stärker sind als die V6. Das, was ich hierzu von einigen Teams zu hören bekam, kann und möchte ich hier nicht wiedergeben, nur soviel dazu, das einige Leute gewaltig an Respekt verloren haben. Ich bin Motorsportfan und Fotograf – und das genau in dieser Reihenfolge, da interessiert es mich herzlich wenig, wer beim Kacken nen harten oder weichen Stuhlgang hat, den Arsch müssen sich alle abwischen…

Rennen 1: Im ersten Rennen sahen wir einen Gewinner, den wir dieses Jahr noch nicht gesehen hatten und ich persönlich auch nicht zu den Leuten zähle, die annährend das Zeug haben vorne mitzufahren. “Wir hatten die richtige Strategie gewählt und ich hatte die besten Reifen, sagte ein glücklicher Nicki Petersen, jedoch würde er das Geheimnis um den Sieg nicht offenbaren”. Falls mich Jemand fragt, das Geheimnis nennt sich Glück.

Ole Petersen konnte unerwartet seine Pole Position nicht halten. Erst wurde er vom Gewinner überholt und anschließend von einem anderen Konkurrenten wohl nicht ganz sanft bei Seite gedrückt und dabei auch noch von Noah Watt überholt und kam als Vierter ins Ziel. Für Kevin Verner ging es leider auch nur rückwärts durchs Feld, als Fünfter gestartet und nur als Zwölfter angekommen. Der Führende der Meisterschaft Martin Andersen endete im Kiesbett, ich weiß aber nicht warum, auch Louise konnte ihr Rennen leider nicht beenden. Gaststarter Nicolas Kiesa konnte seinen Erfolg vom Mai nicht wiederholen und wurde in Frederik Nymarks Auto 15., nachdem er direkt in der ersten Kurve einen Schubs bekam und sich rausdrehte.

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 Rennen 2: Wow, Anders Elkjær, der seine erste Saison in OK MOBIL 1 DST bestreitet, war im zweiten Lauf im Ring Djursland absolut großartig und fuhr das Rennen seines Lebens in dieser Klasse. Anders hat schon öfters gezeigt, das er das Zeug dazu hat und auch weiß wie man schnelle Runden dreht. Aber jetzt passte endlich alles zusammen wie es soll, und Anders holte sich mit einem sicherem Vorsprung den Sieg. Ole wurde ebenso sicher die Nummer zwei, aber er kam nie in der Nähe um Anders herauszufordern und das ist ganz sicher nicht normal. Michelle Gatting zeigte schließlich ihr Potenzial und fuhr ein aggressives Rennen, belohnt wurde sie mit einem dritten Platz.

Ebenso beeindruckend war Kevin Suensons vierter Platz. Er hat wirklich mit dem Djursland-Wochenende gekämpft, um die nötigen Sponsoren in seiner Gegend zu finden und er hat sich für die Unterstützung mit einem schönen Rennen bedankt. Martin Andersen, der plötzlich anhielt und stumm aus dem Wagen stieg, hatte einen mega schwarzen Sonntag. Wie ich später auf meinen Bildern sah, war ihm hinten links die Bremsscheibe gebrochen und dadurch ist wohl ein Teil der Aufhängung mit abgerissen.

Rennen 3: Das letzte Rennen fing schon übelst an und endete für vier Autos sofort.Wer der Auslöser für den Startunfall war, kann ich nicht sagen, sah von hinten aber nicht wirklich gut aus. Das schönste am Zieleinlauf war, das Ole vor Kevin und Anders gewonnen hat, alle drei haben ja mein Logo auf dem Auto. Um so mehr freute es mich, die drei auch auf dem Podest zu sehen.

Desweiteren scheint der Eine oder Andere etwas gegen den ehemaligen Formel 1 Piloten Nicolas Kiesa zu haben oder beweisen zu müssen, was für harte Kerle sie sind. Nicolas wurde, soweit ich weiß, mindestens drei mal rausgedreht, so das ihm eine Topplazierung nicht mehr möglich war. Wie ich finde, hat sich ein Großteil des DST Feldes dieses Wochenende von seiner negativtsten Seite gezeigt. So macht mir das Arbeiten vor Ort nicht wirklich viel Spaß und bestätigt mich darin in meiner Entscheidung, als Motorsportfotograf bis auf weiteres, nach dem Finallauf eine längere Pause einzulegen oder sogar ganz aufzuhören.

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