Das & Dies

ISponsorfahrten sind in der Danish Supertourisme am Sonntagvormittag möglich. Jedes Team hat 2 Karten zur Verfügung und weitere Karten können über die DST für 1195 Kronen gekauft werden, um sich in einem Rennfahrzeug recht flott um die Strecke chauffieren zu lassen. Um so weit wie möglich das Ganze sicher zu gestalten, haben die Fahrer die Vorgabe 3 Sek langsamer als normal zu fahren, um halt das Unfallrisiko zu minimieren. Das ist aber immer noch deutlich schneller, ist als, was die Meisten von uns gewohnt sein dürften.

Am Ring Djursland habe ich vom Team Verner eine Sponsorfahrt bekommen, da hatte ich mich schon lange drauf gefreut. Zumal es in Padborg, was ich bevorzuge und selbst sehr gut kenne, leider noch nicht geklappt hat. Am Samstagabend wurde ich schon mal testweise in das Auto gesetzt, um zu sehen ob ich da überhaupt rein und rauskomme. Puha, das ist mal eng, sehr eng und im Fussraum liegt auch noch ein Feuerlöscher, der es mir nicht leicht machte meine vernünftigen ausgewachsenen norddeutschen 188cm rein zu falten. Wenn man das geschafft hat und mittels der 4 Gurte gesichert wurde ist es immer noch mordseng, aber aushaltbar. Danach wurde ich noch genötigt auf ein Steak zu bleiben, was zufällig über war… Was echt fies war, denn ich kam mehr oder weniger gerade vom Team Jørgen Hansen Biler, wo ich gut gegessen hatte. Anbei, ich kann auf Schlag mindestens 10 oder mehr Restaurants aufzählen, die das Steak nicht einmal ansatzweise so gut hinbekommen wie Familie Verner – vielen Dank dafür. Ich werd mich da wohl noch mal einfinden müssen, um zu lernen, wie man ein 3 Finger dickes Steak so zart Grillen kann.

Für das Sponsorfahren hatte ich eine Absprache mit der Fotografin Henriette, die mir ein paar Bilder machen wollte, wie ich meinen zarten Körper in das Auto falte. Aber Ersten kommt es anders und Zweitens als man denkt. An der Besprechung der Gäste habe ich teilgenommen, wo ich auch auf Klaus und Vibeke Verner traf. Es gelten ja besondere Regeln auch für Gäste wie man sich zu verhalten hat in der Pitlane. Mein eigenen Helm hatte ich mit und wollte nur noch meine Kameraausrüstung bei Verner im Teamzelt verstauen, als Klaus mich direkt ins Auto verwiesen hat. Na gut, dann gibt es halt hinterher ein Foto, wenn ich Henriette finde. Mein Protest, das ich lieber mit warmen Reifen raus wollte, wurde überhört und Kevin sollte einfach ne Runde mehr fahren – das war Gold wert. Zum Einem wurde der Turbo mit einem Gebrüll zum Leben erweckt und ich bekam direkt einen Eindruck, wie es so ist aus der Box herraus, durch das Fahrerlager in die Pitlane, zur Boxenausfahrt zu rollen und konnte mir noch in Ruhe die Schalter und das Display angucken. Das ist schon sehr spartanisch, wenn man Volvo gewöhnt ist. Dann mussten wir noch 2 -3 Minutten warten, bis die Strecke freigegeben wurde. Beim Warten wurden noch einmal die Türen geöffnet, damit es wohl nicht allzu heiß in der prallen Sonne wird, denn Lüftung oder Aircon sucht man vergeblich. Dabei vernahmen meine zarten Ohren etwas Geläster von der Boxenmauer und so was wie “115KG” oder bestimmt “viel zu viel Gewicht” und sah dabei breit grinsende Mechaniker. Das erinnerte mich an meine Motorradtrainings früher am Sachsenring und Lausitzring. Aber Männer, lasst euch gesagt sein, alles unter 100KG ist Feminin.

Die Türen wurden geschlossen, Kevin ließ den Motor an und schon ging es raus auf die Strecke. Ups dachte ich noch, das schiebt aber schon mächtig an. Im zweiten Gang fing Kevin an Schlangenlinien zu fahren, um die Slicks auf Temperatur zu bekommen. Das sieht von aussen deutlich schlimmer aus als es sich im Auto anfühlt. Durch die kleine Senke ging es dann ziemlich zügig slalomfahrend auf die erste und einzige Linkskurve zu, die erhöht liegt, um direkt danach wieder in ein tiefes Loch zufahren, um danach steil berghoch Richtung Himmel katapultiert zu werden. Sobald man wieder in der Ebene ist geht es 180 Grad rechts rum durch die Fahrerlagerkurve in die Waldsektion. In der Waldsektion verschwindet der Asphalt dann in einem Loch und man sieht nicht mehr wo es hingeht. Gefühlt eine Ewigkeit später komprimiert das Auto dann wieder auf dem Asphalt und es wird kurz aber hart angebremst und gleichzeitig für die nächste Rechtskurve eingelenkt, wobei das Auto merkwürdig versetzt, als wenn es kurz den Grip verloren hätte. Die Kurve danach über den Berg fuhr Kevin dann schon mal reichlich flott und ich machte mir Gedanken, ob die Reifen schon warm genug wären und das Kevin wohl völlig bekloppt ist – dann kam Ole Petersen an uns vorbei und ich dachte noch – der ist noch wahnsinniger und/oder völlig bekloppt. Am Ende der kurzen Geraden waren dann wohl die Reifen warm genug, jedenfalls erhöhte Kevin dort das Tempo deutlich und ich spürte das erste mal die G Kräfte, die beim Bremsen und Kurvenfahren im Rennwagen aufkommen, die man auf einem Motorrad nicht so deutlich spürt.

Die Einfahrt auf die Gegengerade, die an der Box entlang geht, war schon etwas mulmig, da Kevin bei der Ausfahrt aus der Kurve ein paar mal korrigieren musste und dabei gefühlt kaum vom Gas ging. Ab da an ging alles deutlich schneller und heftiger als in der ersten Runde zu werke. Die Linkskurve über die kleine Kuppe wird mit ca 60 km/h gefahren, was sich deutlich schneller anfühlte durch die hohe Fliehkraft und ich hatte noch Zeit einige Fotografen zu erkennen. Durch die darauffolgende Senke auf das Fahrerlager zu wirkte plötzlich auch viel kürzer als vorher oder zu Fuss als Fotograf. Die Rechts am Fahrerlager war eigentlich sehr angenehm, da man hier einen guten Blick hat, aber als kurz darauf der Asphalt verschwand war das echt blöd. Besonders, weil es absolut Blind ist, und man das Gefühl hat, das das Auto unten brutal aufsetzt und herumgerissen wird. Hier hat man ca 130 Km/h drauf, um dann über die schnelle Rechts, wo der Speed bei ca 90 Km/h liegt auf die kurze Gerade zu kommen und die Sicht eher eingeschränkt ist im Kurvenbereich. Auf der Geraden fährt man unmittelbar durch eine Senke, in der Kevin ruckartig nach rechts ausscherte und ich mich noch fragte, was das nun soll, sah ich das wir dabei waren Jonas zu überholen. Wenn man aus der Senke auf der Geraden wieder in die Ebene kommt lupfen viele DSTér die Vorderräder leicht an wie ich später auf meinen Bildern sehen konnte und auch die Hinterräder drehen für den Bruchteil einer Sekunde kurz durch. Beim Aufsetzen wird man noch einmal bös in den Sitz gedrückt, bevor man wenige Augenblicke später am Ende der Geraden angelangt ist und von ca 195 Km/h auf 55 Km/h im Scheitelpunkt herunter zu bremsen. Das haben wir dann noch eine Runde mehr gemacht und sind am Ende der Geraden dann in die Pitlane abgebogen

Fazit: Die Kräfte, die beim Bremsen und Kurvenfahren auftreten, sind schon deutlich höher,als ich es aus meiner aktiven Zeit als Motorradfahrer gewöhnt war. Der enge Platz und der Lärm in dem Auto ist zwar gegenwärtig, nimmt man aber nicht richtig wahr. In Padborg bin ich selbst zu meiner besten Zeit um die 1:06-1:07 gefahren, die DST Spitzenfahrer brauchen hier knapp unter 1 Minute. Kevin ist mit mir zwischen 53 und 54 Sekunden pro Runde gefahren. Das ist einfach nur geil und da ich Kevin schon lange kenne und ihm vertraue konnte ich die Fahrt wirklich genießen. Das rockt und ist ne klare Empfehlung. Steak unter 3cm ist Carpaccio, Männer unter 100 KG feminin, Rossel als Führender der Überbekloppten und Ironie kann vorkommen.

Vielen vielen Dank an die netten Fotografen Ulrik Stiebitz, Lars Hoffmann und Henriette Petersen das ich eure Bilder verwenden darf.

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