Das war für mich mein Höhepunkt und auch der perfekte Abschluss für mein Motorsportjahr 2018. 2011 habe ich ja mit dem aktiven Fahren eigentlich aufgehört. 2014 bin ich noch einmal zwei Turns Motorrad gefahren und seid dem bin ich nicht wieder auf einer Rennstrecke selbst gefahren. Vor ein paar Wochen bekam ich über Facebook mit, das das TMS Team nach dem Finale die Möglichkeit gibt ein Legend Car zu testen. So etwas eröffnet Fahrern aus anderen Klassen die Möglichkeit auf eine Probefahrt, um raus zu finden, ob der Legend Car Cup eine Alternative ist. Mir stellt sich zwar die Frage nicht, aber ich hatte schon lange Bock ein Legend selbst zu fahren. Also habe ich mich für zwei Heats a 15 Minuten eingeschrieben.

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Die Nacht davor habe schon etwas unruhig geschlafen muss ich gestehen, denn die Legends sind alles andere als leicht zu fahren. Auch habe ich mit meiner Größe nicht wirklich viel Platz darin, in den Big Boy Chassis geht das aber halbwegs und zum Glück ist Frederik sein “alter” ein Big Boy. Bis jetzt hatte ich nur einmal Probe gesessen, um zu sehen, ob ich da überhaupt rein komme. Naja – ich will ja eh keine neuen Rekorde aufstellen, sondern einfach nur mal Fahren und Spaß haben.

Morgens gab es ein Briefing für uns 31 Leute, die noch nie Legend gefahren sind, wo etwas über Fahrzeug, Verhalten und Strecke gesagt wurde. Auch musste jeder die übliche Haftungserklärung unterschreiben, wer die Autos kaputt macht, haftet mit bis zu 10000 Kronen, das ist fair. Bei mir war klar, welches Auto ich fahren würde, auch das ich als Erster dran bin… Also Helm auf und rein ins Vergnügen.

Meine Zielsetzung für diesen Tag war klar. Legend fahren, flott fahren, nichts kaputtmachen, kein Mist bauen und kein Blödsinn anstellen. Was soll ich sagen?

Die Legends sind ja echt klein, nach dem rein quälen und anschnallen wurde der Motor gestartet, ab jetzt wird es ernst dachte ich und meine Nervösität stieg noch weiter an. War das wirklich eine gute Idee? Immerhin habe ich über 4 Jahre nichts mehr sportlich bewegt und bin noch nie in einem Auto auf einer Rennstrecke gewesen. Beim ersten Versuch anzufahren habe ich direkt mal das Auto abgewürgt, schon krass klein und sensibel das Ganze… Beim zweiten Versuch habe ich das dann mit viel Gas geschafft und bin raus auf die Strecke. Wow.

Das Auto ist genauso kalt wie ich, also erstmal Zacken um etwas Temperatur in die Profilreifen zu bekommen. Dabei konnte ich auch schön lernen, wie das Auto auf Lenk, Gas und Bremse reagiert, alles sehr, sehr direkt, aber nicht einfach zu dosieren. Ich beende die erste Runde mit 1.25 und steigere mich danach Runde für Runde um ungefähr eine Sekunde, bis ich nach 16 Runden abgewunken wurde und immerhin eine 1.14,9 stehen hatte. Ein paar Mal hatte ich schon viel Glück, das ich Dreher verhindern konnte durch schnelle Reaktion. Das ist einfach nur geil und macht irre Spaß. Auf meiner Auslaufendrunde sah ich einen Anderen, der sein Legend im Sand versenkt hatte und für einige Schäden gesorgt hatte. Also hab ich alles Richtig gemacht.

Das Feeling beim Fahren ist ein klein wenig wie beim Go-Kart, nur das die Legends schon deutlich mehr Leistung haben und um einiges Schneller sind. Die beschränkte Sicht und auch die Enge konnte ich nach wenigen Runden ausblenden und mich auf das Fahren und Schalten konzentrieren. Die Schaltung ist wie beim Motorrad, der erste Gang wird nach vorne eingelegt und danach nur nach hinten ziehen zum Hochschalten. 5 Gang sequenzielles Getriebe. Den Bereich beim Fahrerlager ab der langen Geraden bis zur Audi Kurve habe ich im dritten Gang erledigt und die BigMac Kurve im Vierten, lediglich die Spitzkehren habe ich im Zweiten genommen. Im Zweiten war mir das Auto als unerfahrender Fahrer zu aggressiv, im Dritten konnte ich auch die leichten Drifts besser beherrschen. Besonders, wenn man beim rein bremsen ein Untersteuern hat, und sobald man ans Gas geht, ein Übersteueren daraus wird.

Nach einer sehr langen Kaffeepause und nachdem ich mich gesammelt hatte, habe ich dann den zweiten Turn in Angriff genommen. Mit dem Wissen vom ersten Turn hatte ich von Anfang an mächtig Spaß beim Fahren, auch wenn ich beim Warten auf das Rausfahren gebetet habe, das mich der Herr keinen Mist machen lässt. Jetzt war es einfach nur schön und hat irre viel Spaß gemacht, ich habe konstante Rundenzeiten von 1.15 gehabt und bin zwei oder drei mal in Höhe 1.14 gefahren, damit bin ich mehr als begeistert, denn ich habe mit Absicht 20-30 Meter früher gebremst und bin auch nur sehr zögerlich und behutsam ans Gas gegangen, um heile durchzukommen. Cornerspeed war wohl okay, die Reifen habe ich oft leicht quietschen gehört und war sehr oft an der Rutschgrenze, welche gut spürbar ist. Erstaunt war ich, als ich die Bilder sah, die Melanie von mir geschossen hat. Das ich bis an das Maximum der Streckenbegrenzung herangefahren bin, besonders beim Einbiegen auf die Gegengerade, die ich im Dritten bei Vollgas genommen habe. Ich denke, das ich auf der Startgeraden und auch auf der Gegengeraden auf 160 gekommen bin. Viel Luft war nicht mehr zum Begrenzer. Und, was mich erstaunt hat, war der relativ gute Geradeauslauf, so das ich auf den Geraden die Hände etwas entspannen konnte.

Alles zusammen ein supergeiler Tag und eine Erfahrung, die ich so schnell nicht vergessen werde. Vielen Dank an das TMS Team, welches mir das ermöglicht hat und auch für die klasse Betreuung und an meine Frau für die tollen Bilder. Ein traumhafter Motorsportabschluss für mich und meine Zielsetzung habe ich auch erfüllt. Und mit einem lächeln habe ich zur Kenntnis genommen das ich mit meinen Zeiten, am letzten Renntag nicht letzter geworden wäre…

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