Nightrace

Nightrace ist mittlerweile zum Klassiker geworden und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Dieses Jahr gab es auch ein neuen Besucherrekord mit über 5000 Gästen. Besonders die Topklassen DST und Legend hat da einen großen Anteil dran, denn bei den großen Teams waren viele Gäste geladen. Ich weiß, das bei Nymark Racing mit ihren 4 Fahrzeugen um die 250 Gäste erwartet wurden, auch Ole Petersen hatte round about 150 Gäste. Bei vielen anderen Teams waren ebenfalls eine große Anzahl an Gästen zu sehen. Beim Nightrace werden nicht wie sonst die Trainings und Qualifikationen an zweit Tagen gefahren, sondern, das sehr stark komprimiert, alles am Samstag von 12 Uhr bis 22 Uhr.

Vormittags waren z.B. die Aqiulias unterwegs, die nicht ganz so laut sind, da erst ab 12 Uhr die Genehmigung für Rennlautstärke läuft. Für mich als Fotograf in der DST und bei den Legend bedeutet das Stress. Zum einen, weil alles eben an einem Tag läuft, und zum anderen, weil es in der späteren Dunkelheit sauschwer ist noch gute und anspruchsvolle Bilder zu machen. Es ist richtig schwer durch den Sucher meiner Kamera überhaupt zu erkennen wen oder was ich fotografiere oder ob die Bildgestaltung sitzt. Es ist einfach nur Dunkel bis auf wenige Lichtflecken. Ich denke trotzdem, ich habe es dieses Jahr wieder recht gut hinbekommen. Was an diesem Tag etwas auf der Strecke bleibt ist das Zwischenmenschliche und die Ruhe sich einfach mal zum Quatschen hinzusetzen, besonders, da ich mit vielen Teams gut befreundet bin. Das werde ich dann mit der DST in 2 Wochen in Hockenheim nachholen und das Wochenende darauf am Ring Djursland.

Wenn sich die Sonne so langsam ans Zubettgehen macht, ist es eine besondere Stimmung und Lichtstimmung in Padborg, die man sonst nicht bekommt in Dänemark. Aufgefallen ist mir das besonders beim zweiten Legend Lauf, der um 18.20 Uhr startete. Das hier das sonst so gewohnte harte Licht schon ziemlich schmeichelhaft war und die Farben und Kontraste in einem ganz besondern Look erscheinen lässt. Besonders das Licht beim Sonnenuntergang war sehr schön, zu diesem Zeitpunkt lief die DEC mit einem 40 min Lauf, wo ich für einen Freund ein paar Bilder gemacht hatte.

Legends

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Bei der Qualifikation gab es ein leicht anderes Bild als es die letzten Male. Besonders, da Michael Søvang Christensen in Århus und København beide Male es geschafft hatte, alles zu gewinnen und die maximale Punktzahl von 100 mitzunehmen. Michael war der Auspuff gebrochen und eine notdürftige Reparatur in der Boxengasse und eine einzige Runde mit Problemen, ließ ihn nur auf Platz 8 kommen. Ganz zur Freude bei seinem Verfolger in der Meisterschaft Lars Bohnensach Ebbesen, der sich die schnellste Zeit mit 1:08.936 holte vor den OldBoy Henrik Vejen und Calle Helbo und Mads Petersen. Frederik Schrøder wurde sehr guter 5ter und Mirza “nur” 9. Mikkel Slavensky Debois holte sich den besten Platz von allen den Zwanzigsten. Somit startet er als Erster beim ersten Lauf, da die ersten 20 die Startplätze tauschen müssen.

Es erfüllt mich schon mit Stolz, das mein Logo auf allen Autos #5, #21, #27, #45, #133, #177, #277 und #684 sitzt. Und Villy? Villy wurde 24zigster, hatte aber wieder einen Mordsspaß und den Zuschauern wie immer eine gute Show, mit einem anständigen Dreher, geboten und spektakulären Ausritt auf das Grün neben dem Zielstrich, den ich schön mit der Kamera einfangen konnte.

Im ersten Lauf wurde die normale Reihenfolge eigentlich recht schnell wieder hergestellt, also fast wieder hergestellt. Nur Christian Hansen weigerte sich erfolgreich von Michael überholen zu lassen und holte sich den ersten Sieg in dieser Klasse vor Michael und Lars. Der Sieg war ehrlich gesagt auch verdient, nachdem er sich die letzten beiden Runden einigen Attacken von Michael hat wehren müssen, der zwar Zweimal kurz vor ihm war, aber auf Grund der schlechteren Linie dann doch wieder das nachsehen hatte. Die Differenz beim Zielstrich war 0.273 Sekunden… Mads wurde guter 5ter, Mirza 8ter, Frederik 13ter und Mikkel guter 15ter. Kim Schmidt Petersen, der das Qualifying etwas versaut hatte, kam als 6ter ins Ziel und wurde somit immerhin Zweiter in der OldBoy Wertung. Der Gewinner Christian sagte mir am Montag, das er sich nur gut verteidigen musste gegen Michael, das war der Schlüssel zum Sieg. Denn es ist allgemein bekannt, das Michael sehr schnell und stabil unterwegs ist, auch sehr sehr eng und dicht an Andere heranfährt, aber dabei immer fair bleibt und Platz zum Leben lässt. Auch war eine waghalsige Aktion eher nicht zu erwarten, da Michael auch keinen sicheren zweiten Platz für was Bescheuertes riskiert.

Das Ergebnis vom zweiten Lauf liest sich für mich fast noch besser. Michael vor Panik Mads und Lars, dahinter Calle und Mirza und Mikkel auf einem guten 9 Platz, dazwischen die OldBoys Henrik, Kim und Flemming. Bei den Zeitenlisten hatten sich ein paar Fehler eingeschlichen, einige Namen konnte ich nach dem Training noch berichten lassen, aber das Mikkel Debois und auch Magnus Madsen als OldBoy geführt werden ist definitiv nicht richtig. Die beiden Ungarn, die für die Zeitennahme von Chronomoto zuständig sind, sind übrigens auch lustige Typen und sehr hilfsbereit, so hatte ich meist die Zeitenliste hatte, bevor ich die Bilder aus der Kamera in den Laptop hatte. Und führ weitere Informationen stand daneben der Rennleiter und ein Richter.

Den dritten Lauf, der in völliger Dunkelheit lief, gewann Mr. Panik Mads Pedersen mit einem Vorsprung von 0.442 Sekunden auf Michael und Calle. Lars wurde 4ter vor Mirza und Frederik. Und Mikkel erneut in den Top 10… Mads hat sich riesig gefreut und das auch zurecht und mehr als verdient, wenn man einen Michael und die Anderen hinter sich lassen kann. Kim und Villy haben noch ein paar schöne Donuts für die Zuschauer gemacht. 3 klasse Rennen, die die kleinen Legends einmal mehr gezeigt haben.

DST

Das war mal ein Qualifying, was man so nun gar nicht erwartet hatte. Aber, auf der anderen Seite, zeigt es wie dicht die Leistungsdichte in dieser Klasse ist. Von den großen Favoriten haben es, mir etwas unverständlich, Michelle Gattung und Frederik Nymark nicht unter die ersten 12 in das Qualifying 2 geschafft. Auch Casper Roes, der als Titelfavorit für die Amateurklasse gilt, hat es nicht geschafft. Dafür allerdings Rene Rasmussen, der sein erstes Rennen dieses Jahr fahren wollte und auch Noah Watt und Kevin Suenson, die Beide ihr Debüt haben in dieser Klasse. Im ersten Qualifying waren die ersten 15 innerhalb einer Sekunde und im zweiten Qualifying, wo die 12 Schnellsten aus Q1 antreten, waren 11 innerhalb einer Sekunde. Martin Andersen fuhr einmal mehr die schnellste Zeit, wie auch immer er das macht… An 2ter Stelle steht Ole Petersen, der das beste Qualifying dieses Jahr ablieferte. Noah Watt hat es auf ein dritten Startplatz geschafft, Respekt – und das als 16jähriger Anfänger in der DST, scheint gut von Papa Jason die Gene bekommen zu haben. Rossel ist guter Vierter und der Meisterschaftsführende Verner nur 8ter. Bei Kevin lief es schon im Training nicht wirklich gut.

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Für Kevin Verner war der nur 8. Startplatz insofern gut, da die ersten 8 die Plätze tauschen und somit Kevin von Platz 1 aus ins Rennen ging. Ole Petersen hatte ein recht guten Start und fuhr sich durch das Feld immer weiter vor, bis er an zweiter Stelle hinter Kevin Verner auftauchte, der bis über die Hälfte des Rennens aussah, als wenn er das in gewohnter Weise kontrolliert. Ole ging das wohl zu langsam nach vorne und setzte ein recht irrwitzigen Bremspunkt am Ende der Geraden und kollidierte beim Einbiegen in die Doppellinks leicht mit Kevin seinem Heck und drehte in um. Durch den dichten Abstand der nachfolgenden Autos musste Kevin abwarten, bis er sein DST wieder in die richtige Richtung zurückdrehen konnte und wurde somit leider nur noch 11ter. Ole und Kevin mussten direkt nach dem Rennen noch zu den Richtern zur Anhörung des Vorfalls, welches Ole zwar als Erster beendete, aber noch eine 6Sekunden Strafe bekam und somit 10ter wurde. Ganz zur Freude von Mikkel Bang, der sein erstes Rennen gewinnen konnte. Noah fiel nach 5 Runden aus (ich weiß noch nicht warum) und Kevin Suenson wurde immer 8ter.

Sonne aus, Licht an. Kevin Suenson startet beim zweiten Lauf direkt vor Michelle um 21 Uhr in der Dunkelheit von Süddänemark. Allerdings konnte er Michelle nicht wirklich lange im Rückspiegel sehen. Michelle hatte es verdammt eilig, die Schmach aus dem Qualifying wieder wett zu machen und auch mit dem Ergebnis, aus dem ersten Lauf, war sie nicht wirklich zufrieden. Am Ende schaffte es Michelle hauchdünn mit 0.237 Sekunden vor einem immer stärker werdenden Martin über den Zielstrich. Kevin wurde 7ter und kam somit direkt vor Ole ins Ziel, verdient, nach dem was in Lauf 1 war… Kevin Suenson wurde starker 4ter und Anders Elkjær 5ter.

Ich habe keine Ahnung was im Team Nymark passiert, es ist mir völlig unerklärlich, wieviel Pech das Team dieses Jahr hat, egal wann, wo oder was, Frederik wird vom Pech verfolgt. Letztes Jahr war er noch der König der Nacht und dieses Jahr als Titelkandidat gestartet und muss sich jetzt lang machen, das er nicht aus den Top 10 rausfällt. Ebenso sind Kristian und Lasse ausgeschieden, die ebenfalls beide im Team Nymark fahren. An Kompetenz mangelt es jedenfalls nicht bei NR, ich hoffe wirklich, das die den Kleinteilefehlerteufel überlisten und bald wieder zurückkommen auf den Weg der Sieger.

Was für ein geiles Motorsport-Festival. Ein ausgezeichnetes Rennen mit einem souveränen Martin Andersen, der in dem Nightrace Finale als Erster über die Ziellinie fuhr und damit ein Feuerwerk zündete. Das Team von Martin hat aber auch unaufhörlich am Auto geschraubt, getan und gemacht. Für mich sah das klar nach einem verdienten Sieg und Wochenendgesamtsieg aus. Kevin Rossel wurde zweiter mit fast 10 Sekunden Rückstand und Mikkel Bang zeigte einmal mehr, das dies sein Wochenende ist und kam als Dritter über die Ziellinie. Für Ole reichte es nur zu einem fünften Platz, was mich etwas wunderte, da er eine gute Performance im Qualifying und Lauf 1 hatte. Michelle kam als 6te direkt hinter Ole an. Bei Kevin Verner ging der Turbo kaputt, was ein DNF zur Folge hatte und noch fieser erwischte es den kleinen, aber überaus sympathischen Nicki Kristensen, dem das Licht wegen einer defekten Sicherung ausging und er das Rennen beenden musste. Casper Roes enttäuschte auch etwas dieses Wochenende und fuhr 3 mal Mittelfeldplätze ein. Die beiden Debütanten Kevin und Noah kamen auf Platz 7 und 9 ins Ziel, Zwei echte Bereicherungen für diese eh schon enge Klasse.

Kevin Verner musste seinen Führungsplatz in der Meisterschaft an Ole abtreten und auch Michelle zieht durch den Ausfall von Kevin an ihm vorbei. Als Teamfotograf für alle drei, weiß ich nicht, ob ich mich freuen soll oder nicht… Für die Spannung ist es allemal gut, ich hoffe jedenfalls, das die Meisterschaft erst beim letzten Rennen entschieden wird. Die ersten 5 trennen nur 34 punkte, nicht viel, wenn man bedenkt, das noch 300 mögliche zu vergeben sind.

In zwei Wochen geht es auf dem Formel 1 Kurs in Hockenheim weiter, als Gastrennklasse zum amerikanischen Weekend, wo die europäische Nascar Serie ihr deutsches Wochenende hat. Ich freu mich drauf…

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