Das & Dies

2003 habe ich mit dem Fahren auf Rennstrecken in Dänemark auf dem Padborg-Park angefangen. Eigentlich wollte ich auch nur mal etwas schneller fahren und den eigenen Grenzbereich ausloten, als es auf einer Landstrasse halt möglich ist, ohne mich in einem Bereich zu bewegen, in dem ich meinen lebenswichtigen Führerschein für die nächsten paar Jahrhunderte abgeben muss. Nur, das Fahren im Grenzbereich mit anderen völlig durchgeknallten und besonders gaskranken Leuten süchtig macht, das hat mir vorher niemand gesagt. Danach hat sich das so eingependelt, das wir 2 oder 3 mal pro Jahr auf eine Rennstrecke gehen, zum freien Angasen oder halt bei einem Kurventraining. Wobei ein Kurventraining zum Anfang der Motorradsaison am meisten Sinn macht.

Viele Leute fragen mich “Warum gebt ihr soviel Geld aus, nur um im Kreis zu Fahren?” Gute Frage, ich will mal versuchen ein paar brauchbare Antworten zu geben, warum ich das mache. Auf Rennstrecken liegt normalerweise kein Dreck oder andere Gegenstände, welche auf einer Fahrbahn nichts zu suchen haben und falls doch, steht da normalerweise einer mit bunten Flaggen, der meist wie ein Müllmann angezogen ist und winkt einem fröhlich mit dementsprechenden Flaggen zu und warnt vor der Gefahrenstelle. Gegenverkehr und langsame Hindernisse wie Landmaschinen und Co. findet man zum Glück auch nur sehr selten. Das sind somit die besten Vorraussetzungen für viele Runden, wo man sich über sowas schon mal keine Gedanken machen muss und in Ruhe an seiner eigenen Fahrweise und Art üben und probieren kann.

Damit die Unterschiede in der Geschwindigkeit nicht all zu groß sind, gibt es bei fast allen Veranstaltern eine Einteilung in Gruppen mit möglichst gleichschnellen Fahrern und Fahrerinnen. Die “guten” Veranstalter passen auch mit drauf auf, das die Teilnehmer, die zu schnell oder langsam sind, in eine passendere Gruppe umsortiert werden. Naja, auf der anderen Seite kann man in Ruhe und langsam erlernen, das Motorrad besser zu beherrschen und den Grenzbereich auszuloten. Sei es drum, ob es der eigene Grenzbereich oder der des Motorrades ist. Sollte es doch einmal schiefgehen und jemand stürzen, so haben die “guten” Veranstalter einen Arzt oder zumindest ausgebildetes Rettungspersonal und Rettungswagen vor Ort, um schnelle und professionelle Ersthilfe zu gewährleisten.Die großen Rennstrecken, auf denen auch häufig offizielle Rennen gefahren werden, haben eh fast alle ein Medicalcenter an der Strecke. Wo findet man schon alle paar Kilometer auf Landstrassen ein Krankenhaus und Helfer die bereit sind?

Auch seit 2003 versuchen wir ein oder zwei größere Motorradtreffen oder Motorradveranstaltungen pro Jahr zu besuchen, die wir meist mit einem Kurzurlaub verbinden. Was gibt es schöneres, als eine gemeinsame Tour mit Gleichgesinnten zu unternehmen? Allein zu fahren ist natürlich einfacher, aber mit mehreren in einer kleinen Gruppe zu fahren ist nicht so einsam und die Pausen mit Klönschnack hat auch seinen eigenen Reiz. Tagsüber zusammen fahren und abends im Hotel das Benzingerede und Rumblödeln, das ist die Mischung die uns gefällt. Auch auf die Treffen mit den vielen Freunden, die doch teilweise sehr weit von uns entfernt leben, mögen wir ganz und gar nicht mehr verzichten. Bei den Treffen, die über das Triumph-forum T5net.de organisiert werden, ist jedesmal eine Spaßgarantie mit dabei, egal ob bei gemeinschaftlichen Ausfahrten oder bei deren Partys. Mittlerweile sind wir dort über die Jugendherbergen-Unterkünfte-Klasse deutlich hinausgekommen und haben eigentlich immer sehr gute motorradfahrerfreundliche Hotels.

Update 2009: Seit 2009 fahre ich eigentlich nur noch in Padborg für Veranstaltungen von Motorrad Ruser als Instruktor, wenn meine Freizeit es zulässt. Am liebsten nehme ich mich Wiedereinsteigern und Rundkursneulingen an, die sonst nur über die übliche Landstrassenerfahrung verfügen. Selten habe ich auch mehr als 2 Teilnehmer pro Gruppe bei mir, um besser auf sie eingehen zu können. Ich habe zwar auch Angebote von anderen Veranstaltern bekommen, aber so richtig die Lust dazu habe ich nicht und mit Ruser komme ich irgendwie auch immer noch am besten zurecht und die Stimmung ist auch immer erste Sahne.

Update 2011: Trotz alledem machen wir auch immer noch gerne den standard Pauschalurlaub ohne Motorrad, dafür aber mit nichts tun, Sonne, Strand, faulenzen, vollfressen und bedienen lassen. Im November 2009 waren wir das erste mal auf Gran Canaria und es hat uns dort so gut gefallen das wir 2010 wieder dort hin geflogen sind. Nur 4,5 Flugstunden von Hamburg entfernt, bestes Wetter und unendlich viele Möglichkeiten dort. 2011 machen wir damit gleich weiter, nur ohne Reisegesellschaft und auf eigene Faust, mal sehen wie das so wird.

Update 2012: Tja, da hat sich so einiges geändert in letzter Zeit. Motorradfahren ist wegen mangels an Interesse ganz eingestellt und Ich habe jetzt den Motorradlenker gegen eine Canon Kamera eingetauscht, die Bilder gibt es hier im Blog in den Kategorien Motorsport & Fotografie zu sehen. Die Treffen und Veranstaltungen, die wir 2011 besucht haben, hatten mehr oder weniger alle mit Volvo oder Cabrio´s zu tun.
Gran Canaria auf eigene Faust war auch ein voller Erfolg, wohnen dürfen wir bei sehr lieben Freunden in deren Finca unweit von Maspalomas. Und der Flug mit Tuifly oder Condor ist auch so was von unkompliziert und entspannt, das wir für 2012 schon 2 Urlaube auf der Sonneninsel gebucht haben. Traumhaft – keine schreienden Kinder, kein Lärm, ein Pool für uns alleine, keine festen Essenszeiten und anstehen im Hotelrestaurant, keine meckernden und motzenden Gäste, die morgens um 5.30 Uhr Liegen am Hotelpool mit ihrem Handtuch belegen und erst nachmittags vom Strand oder Ausflug wiederkommen – wobei wir 2009 und 2010 feststellen mussten, das die Deutschen dabei ganz weit vorne sind… 2011 waren wir im Juni kurz auf Corfu, dort waren die Gäste aus Polen, England und Frankreich deutlich angenehmer als Deutsche, ohne Worte.

Update 2017: Die Fotografie nimmt auch immer mehr Zeit in anspruch, so das wir an Treffen, sei es mit dem Motorrad oder Auto gar nicht mehr teilnehmen.  Studiogedöns, Outddorausrüstung und auch Ausrüstung für die Motorsportfotografie benötigen mehr Geld als gedacht.

Reisen tun wir immer noch, aber nur noch auf eigene Faust und keine Pauschalreisen mehr. Obendrein hat uns das Verhalten der deutschen Airliner wie Condor, Tui und ganz besonders die Berliner soweit angekotzt, das wir seid Jahren mit Norwegian fliegen. Das Preisverhalten ist dort deutlich besser und trotzdem, das die wie Air-Berlin und Tuifly Boing 737/800 einsetzen haben, die als Lowcost Airliner eine Sitzreihe weniger im Flieger haben, was auch schon massig an Platz bringt. Obendrein haben wir bei ein Flug mit Easyjet nach England die neue Billigplatzsparbestuhlung kennenlerenen dürfen die auch die Deutschen einsetzen – nein danke. Meistens haben wir Glück, das wir die Reisen so legen können, das wir eh XL-Plätze bekommen. Gran Canaria ist weiterhin unser Reiseziel, private Unterkunft und spontane Restaurantwahl gefallen uns deutlich besser als mit nörgelnden Pauschaltouristen abhängen zu müssen. Im Laufe der letzten Jahre haben wir sehr viele Urlaubsfreunde aus Westeuropa wie England, Dänemark, Schweden und Norwegen bekommen, entspannter haben wir noch kein Pauschalurlaub gehabt.

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